Wie man die ganze Blogosphäre mit einem Post umstürzen kann …
Wieviele Blogs gibt es mittlerweile?
Fünf Trillionen? Plus ein Paar Millionen täglich neu dazu?
Wie genau soll man mit einem Blog, den es noch nicht seit ein Tausend Jahren gibt, überhaupt irgendwo auffallen, wenn man es zumindest am Anfang nicht selber irgendwo einstellt?! So kannst gerne drei Jahrhunderte warten und dann nochmals so lang bis du entdeckt wirst, egal wie Ur-Super-Göttlich und Für-Ganze-Menschheit-Sowasvon-Wichtig deine Artikel sind, es wird nie einer draufkommen, daß es dich gibt. NIE. Außer man könnte mit dem Suchstring “neue aktuelle coole blog inhalte heute” wirklich was finden, dann hättest eine klitzekleine Chance. Vielleicht.
Wie aus dem Werkzeug der eigentliche Inhalt geworden ist
Und weiters finde ich es auch ein wenig naiv zu glauben, daß die gesamte Blogosphäre ohne Blogger selbst überhaupt etwas Wert wäre. Beispiel:
Ich habe in den letzten Wochen auf Hype, Yigg, Webnews und SEOigg jeweils etwa 6 eigene Artikel eingestellt und bin mit jeweils 2 davon - bei SEOigg und Webnews mit einem - auch auf die Startseiten gekommen und hier der erreichte Traffic dadurch:
An dem Webnews-Beispiel sieht man am besten, daß die “yiggs / hypes / seoiggs”-Anzahl mit den wirklichen Seitenbesuchern wenig zu tun hat und offensichtlich es auch gar nicht so ur-mega-wichtig ist, ob man einen guten fremden oder eigenen Inhalt verlinkt.
Wenn man sich dann auch noch anschaut, was für Besucher von den jeweiligen Newsportalen daherkommen, sind es alles lauter Blogger mit eigenen MyBlogLog und BlogCatalog (etc.) Accounts und eigenen Blogs. Würde ich diese Substrahieren, hätte ich am Ende wahrscheinlich insgesamt 3 “echte” (sprich: Nicht-Selbst-Blogger) Besucher bekommen.
Sich selbst tragendes Medium …
Das zeigt uns m.E. nach einmal mehr, daß die gesamte Blogosphäre ein “Sich-selbst-tragendes-Medium” ist, das ohne die unerschöpfliche Kernaktivität der Beteiligten und Involvierten selbst praktisch KEINEM fehlen würde, was man nach wie vor sehr gut daran sieht, wieviele “Enduser / Normalosurfer” mit dem Begriff “Blog / Bloggen” auch wirklich was anfangen können …
Das sieht man ja auch bei den meist frequentierten Blog-Themen:
- Blogoptimierung | Blogger über Blogoptimierung für weitere Blogger
- SEO | Blogger über SM-Optimierung für weitere Blogger und SEOs
- MoneyMaking | Geldmachen im Internet, meisten durchs Bloggen
- Tipps zu MoneyMaking | Tipps zu MoneyMaking im Internet von Blogger für weitere Blogger
- Webentwicklung | Blogger über die Weiterentwicklung von Blogs für Blogger
- Webdesign | Blogger über Blogdesign für andere Blogger
- Webtechnologie | Blogger über Webtechnologien für Blogger
- Webmaster(ing) | Blogbetreiber für weitere Blogbetreiber
- Social Media | Blogger-Netzwerke für Bloginhalte für noch mehr Blogger
- Social Bookmarking | Für Blogger um andere Blogs schneller zu finden
- Marketing | Blog-Marketing von Blogger für Blogger
Eine selbsterhaltende Insider-Welt
Blogger schreiben Beiträge. Andere Blogger lesen diese Beiträge. Die nächsten Blogger verlinken diese Beiträge. Weitere Blogger stellen diese Beiträge auf Newsportalen ein, damit sie andere Blogger lesen können. Andere Blogger lesen diese Beiträge, schreiben eigene Beiträge und Kommentare dazu, damit es noch mehr Blogger lesen können. Diese Blogger lesen diese Posts und kommentieren sie und verlinken sie. Damit sie von anderen Blogger gelesen und verlinkt werden. Und so weiter und so fort, bis man schwarz wird…
Wo kommen die Nicht-Blogger dazu?
So gut wie gar nicht. Erst irgendwann ganz gaaaaanz weit hinten kommen die Nicht-Blogger dazu, wenn sie nach etwas googeln und dann unter den SERPs auf Blogeinträge verwiesen werden. Diese schreiben aber keine Posts darüber. Meistens nicht mal einen Kommentar dazu. Diese verlinken diese Beiträge auch nicht weiter, sie stellen sie in keine Netzwerke ein und tragen eigentlich zu der “Blog-Content-Kette” - deren Ziel eigentlich proklamierterweise eben diese NICHT-BLOGGER sind, sogut wie NIX bei.
Fazit
Auch daher kann die Blogosphäre auf Blogger - die auch eigene Artikel einstellen - nur sehr schlecht verzichten, wenn überhaupt. Und auch deswegen ist es eher naiv zu glauben, daß man einfach nur so per ToS daran etwas ändern kann.
- - -
Nachtrag 1: Wer mag kann gerne raten, wie lange es dauern wird, bis das erste Kommentar darauf hinweisen wird, daß ich diesen Post konsequenterweise NICHT in einem Blog veröffentlichen dürfte… Ich waiss.
Nachtrag 2: Diese ketzerische Frage schwebt schon lange in meinem Kopf herum, aber erst heute hat mich diese Diskussion dazu gebracht, es auch wirklich zu posten, da mir natürlich bewusst ist, daß ich dadurch mit meinem - in allen denkbaren Universen - wichtigsten Blog, die ganze Blogosphäre in eine schwere Krise stürzen kann…
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Copyright Note: Titelbild: Hugh MacLeod of GapingVoid
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Wie man die ganze Blogosphäre mit einem Post umstürzen kann…
Blogger schreiben Beiträge. Andere Blogger lesen diese Beiträge. Die nächsten Blogger verlinken diese Beiträge. Weitere Blogger stellen diese Beiträge auf Newsportalen ein, damit sie andere Blogger lesen können. Andere Blogger lesen diese Beiträ…
na dann würd das alles ja wunderbar klappen, wenn dann die Blogger untereinander noch auf de Ads klicken oder bei Amazon was bestellen würden…;-)
@saibot
Das tun Sie ;-).
@Martin
Wow der Beitrag ist einfach ultra ^^ hab schon deinen Monster Kommentar bei mir gesehen =))) danke für die ganze Mühe und die Erwähnung ^^. Ich lösche mal deinen Comment dafür erwähn ich dich in der heute erscheinenden Ausgabe von Kurz aber heftig. Will ja nicht, dass Google das ganze als Doublicate Content ansieht und dich am Ende noch deswegen bestraft O.O.
Was man aber nicht vergessen sollte: außer der Blogger bloggen für Blogger Welt gibt es noch Nicht-Blogger bloggen für Nicht-Blogger =) nur halt für gewöhnlich auf einem niedrigeren technischen Niveau (ala blog.de). Das man denkt alle Leser wären Blogger kommt einem nur so vor weil man so viel mit Bloggern zu tun hat ;-).
saibot hat recht. dann wäre wirklich alles perfekt *G*
[...] stimmt das überhaupt? Martin Waiss hat einen meiner Blog Einträge mit einem eigenen Blog Beitrag beantwortet - darin schreibt er kritisch über Social News, das Hype Dilemma und die Blogosphäre. Der Beitrag [...]
Jedem Tierchen sein Pläsierchen. Was für den Autofanatiker die Tuning-Treffen sind, ist für den Blogger die Blogosphäre. Yigg und Konsorten gehören da mit zu. Eingemeindet sozusagen.
Mag sein, dass die News-Portale irgendwann mal im Main Stream ankommen werden. Bis es soweit ist, übernehmen die Blogger eben die Fütterung von Yiseowebshorttausendnewsviewhypeigg. Dienst an der Gesellschaft, sozusagen.
Blogs sinnlos?…
Blogs gibt es wie Sand am Meer. Blogbesucher gibt es sogar noch mehr. Aber wo kommen diese ganzen Besucherströme Überhaupt her, warum ist die Blogosphäre so lebendig? …
Ich bin kein Blogger und werde wohl auch keiner werden. Gekommen bin ich über SEOigg.
An dem Beitrag ist was wahres dran. Ich habe mich schon früher immer gefragt, was der Sinn einer privaten Homepage ist. Die gleiche Frage stelle ich mir inzwischen bei SocialBookmarks und Blogs.
Und, wie oben schon gesagt, wenn die Blogger unter sich bleiben, wer klickt dann auf die Werbung, damit wenigstens die Kosten gedeckt werden?
“Und so weiter und so fort, bis man schwarz wird …”
Ich weiß daß die Geschichtenerzähler in solchen Fällen, wenn sie den Text nicht kennen oder nicht kennen wollen, drei Punkte hinsetzen: z.B. - die Prinzessin … -, das macht sich sogar recht geheimnisvoll und sieht aus, als müßte der Text aus einem besonderen Grunde verschwiegen werden. (frei nach Horst Wolfram Geissler - “Sternsaphir” S.19)
Ich wünsche einen herrlichen Tag, dem echten Leben nah.
Wie man die ganze Blogosphäre mit einem Post umstürzen kann……
Blogger schreiben Beiträge. Andere Blogger lesen diese Beiträge. Die nächsten Blogger verlinken diese Beiträge. Weitere Blogger stellen diese Beiträge auf Newsportalen ein, damit sie andere Blogger lesen können. Andere Blogger lesen diese Beiträ…
@KChristoph - Ich liebe diese “drei Pünktchen”, am liebsten würde ich überhaupt statt ganze Beiträge nur noch ein Paar Thema-Keywords “einwerfen” und es dem Leser überlassen, was er daraus macht, ganz nach seinem Geschmack…
Für mich stehen nämlich diese drei Punktelen für Eigenkreativität, Gedankenfreiheit und aktive Mitarbeit…
Vielleicht probiere ich wirklich mal so ein Experiment…
…
…
@Stefan Johne - Servus Stefan! Ich glaube, daß wir beide gerade gemeinsam sehr gut demonstriert haben, wie die Blogosphäre eben so funktioniert: Beitrag zum Beitrag über Beitrag, mit Prise Polemik, Handvoll Diskussion und vor allem einem Rucksack voll Motivation und Begeisterung…
Servus aus Wien, M.
Ich habs die Tage auf der OMD in vielen Gesprächen immer wieder gesagt, warum nicht auch hier?
Freunde, vergesst einfach mal das Wörtchen “BLOG”. Begreift Euch als Medium und handelt wie eines. Bisschen Benchmarketing (nicht bei anderen Blogs) wär vielleicht nicht schlecht. Bisschen weniger Community-Kaspern, bisschen mehr “Fakten” und vor allem an die Leser denken.
Ich wage zu bezweifeln, dass ein Nicht-Blogger, sollte er denn auf diesen Artikel stoßen, ihn auch vollständig kapieren wird. So wird man letztlich wohl keine Stammleserschaft gewinnen. Und, so denn dies ein Thema ist, auch keine Kohle machen.
An Deinem Posting ist sehr viel wahres dran.
Ich denke…
Das ist doch wie beim Goldrausch damals auch. Das meiste Geld haben die verdient die das Werkzeug (schaufeln usw, verkauft haben.
Die anderen die nach dem Gold selbst gesucht haben sind leer ausgegangen. Genauso ist es in Blogsphäre auch jetzt.
Hola, da muss ich doch mal ein Kommentar fallen lassen. Bin kein Blogger, werde wohl auch keiner werden und lese “euch” trotzdem. Vielleicht liegt es daran das ich mich beruflich mit der Thematik beschäftige. Aber du hast recht, ein Blick auf die Kommentare zeigt, dass ihr alle in einer eigenen kleinen Welt zu leben scheint.
Aber kann es sein das deine Idee/Theorie nur für diese aufgelisteten “high-frequent-blogs” gilt? Es soll ja auch Blogs geben die einem erklären wie man ein Aquarium baut oder Wäsche umweltfreundlich wäscht usw. Hier kann ich mir gut vorstellen dass auch nicht-blogger mitlesen. Manchmal hat man ja das Gefühl dass die meisten nur schreiben um Kohle zu scheffeln und die freundlichen Kommentaren in anderen Blogs nur ein Mittel zum Zweck sind.
Eine interessante Frage für mich ist, ob diese Welt weiterexistieren würde wenn Google aufhört Backlinks zu zählen
Grü aus Wien
Naja, ob die Welt so klein ist, darüber könnten wir bestimmt streiten, die Frage für mich lautet eher, wie weit diese Welt von der Offline-Welt des Max Mustermanns entfernt ist und welche “APIs” man zur Verfügung hat, um auf “den Max zu kommen” …
Auf der anderen Seite, es ist sooo ein GEFÜHL (nenn’ mich gerne Narzis(t)), das eigene “Werk” ans “Volk” zu bringen, Besucher auf den eigenen Seiten begrüßen zu dürfen oder auch nur einen Kommentar auf die eigenen Worte zu bekommen, das muss man erlebt haben, Beweggründe hin oder her, man fühlt sich zu Hause, unter Gleichgesinnten, unter Menschen, die dich verstehen können und es auch wollen, einfach herrlich!
Servus aus Meidling!
Hehe.. vielen Dank, ist einiges wahres dran
Ich hätte da einen Gegenbeweis:
Dieser Beitrag http://www.72dpiclub.de/blog/2008/09/01/relaunch-reloaded-internet-world-business/ wurde, wie man in den Kommentaren sieht, von der IWB wahrgenommen und daraufhin auf Seite 6 der kommenden Ausgabe (lag kostenlos auf der OMD aus) als Leserkommentar veröffentlicht. Natürlich mit passendem Statement zum Thema Relaunch der IWB Seite.
Ich stimme zu, dass die Blogosphäre etwas inzestuös ist aber so langsam schwappen Bloggermeinungen über den Blogger-Tellerrand und werden außerhalb wahrgenommen. Mindestens mal von Unternehmen, die um Ihre Reputation besorgt sind. Genauso wie Blogs langsam erwachsen werden, werden sich Social Media Dienste irgendwann außerhalb der Nerd Kreise etablieren, fragt sich nur welche? Vielleicht wird auch alles irgenwann in einem Portal wie facebook über Apps vereint. Denn wenn die Nutzer nicht zum Dienst kommen, muss der Dienst halt zum Widget werden und zum Nutzer kommen.
@Hanta -
Ich denke, im Bereich Social Media ist der entscheidende Punkt und “Durchbruch” ein Nutzwert für den “normalen” Internetnutzer. Ironischer Weise verhindert die Beliebtheit mancher Dienste bei extrem internetaffinen Nutzern oft genau das, denn durch ihre größere Aktivität verdrängen sie die Themen, die eher klassische Gelegenheitsnutzer interessieren. Bestes Beispiel ist Social Bookmarking, in den Tagclouds wimmelt es von “CSS, Ajax, Seo, Google, Webdesign, Opensource, Php” usw.
Muss dir leider zustimmen. Sieht man auch wenn man auf yigg.de schaut. Die Nachrichten mit den meisten yiggs sind nicht selten Suchmaschinenoptimierungsgeschichten (wow, langes wort) oder ähnliches.
Sehr interessanter Artikel. Ich würde mal sagen, 95% der Leute in meinem Umfeld (Normaluser) haben keine RSS-Feeds abonniert bzw. nutzen keinen Feedreader. Ebenso wenig nutzen bzw. kennen Twitter, Friendfeed, etc. Die ganze Verlinkerei geht, wie du sagst, hauptsächlich intern in der Blogszene vonstatten.
Interessanter Artikel mit sehr viel Wahrheit - leider.
Blogistan Panoptikum KW37 2008…
Die OMD beherrschte diese Woche die SEO-Welt - aber auch bei Twitter tun sich interessante Dinge. Und: erstmals haben es zwei österreichische Start-Ups in die Endrunde des Seedcamp geschafft!
……
Ähnliche Gedanken gingen mir schon lange durch denk Kopf, sehr guter Post! Da ist durchaus was wahres dran. Ich kenne so viele Leute, die bis heute nicht wissen, was ein RSS-Feed ist, wozu man Twitter oder Facebook oder oder oder braucht. Aber dennoch hab ich es gewagt, einen neuen Blog zu starten.
Hallo…
Ich bin kein Blogger und möchte es ehrlich gesagt auch gar nicht sein. Ich bin hier gelandet weil ich von Zeit zu Zeit hype! durchklicke, weil ich privat viel mit Typo3 zu tun habe. Beruflich bin ich auch eher die Zeilgruppe, die in den hier verlinkten Blogs um Interesse buhlen. Trotzdem… zumeist überfliege ich die Einträge, habe sicher mal das Ein oder Andere gefunden, was interessant war… aber im großen und ganzen wird man doch eher mit kurzen Blogeinträgen genervt, die wieder zu einem Blog führen und wieder… bis man dann mal auf einem meist kurzen Artikel landet, den man eigentlich nicht Artikel nennen kann.
In der Kürze liegt aber oftmals nicht die Würze. Ein Blog ist wie Chips… schmeckt gut, hat aber keinerlei Nährwert. So empfinde ich das öfter, wenn ich einen wohlgemerkt guten Blogeintrag lese. Für den Moment wird man ja sogar mal satt…
Teilweise muss ich allerdings auch sagen, dass in Blogs oftmals die Selbstbeweiräucherung im Vordergrund steht. Ich meine in diesem Fall den Herren der über hype! gemoppert hat, dass er immer nur eigene Artikel einstellt und dafür abgestraft wurde… Interessanter Weise habe ich jetzt bereits vergessen, wie er hieß, welcher Blog das war und habe nicht mal mehr Lust nachzuschauen
Ein Artikel, der über kaum mehr als 100 Zeilen geht ist nunmal mehr eine Newsmeldung… Artikel findet man meist eher auf herkömmlichen Seiten, die eben gut recherchierte, ellenlange, mehrseitige Artikel mit großem Mehrwert veröffentlichen. Von diesem Mehrwert sind meiner Ansicht nach Blogs so weit entfernt, wie Chips davon ein vollwertiges Lebensmittel zu sein…
Naja, just my 2 cent (von einem Nicht-Blogger der hier gelandet ist, deshalb auch keine URL)
Gruß
Matthias
@Matthias - Hi Matthias!
Vielen Dank für’s Vorbeischauen und nochmals vielen Dank für Deine Zeit, die du dir genommen hast, um mit uns deine Meinung zu teilen.
Bist leider unter den Nicht-Bloggern eher eine Ausnahme, die meisten erachten es nicht der Zeit wert, einen Kommentar zu schreiben, resp. sind möglicherweise nicht mit den vorgefundenen Inhalten insofern befriedigt, daß es einen Kommentar wert wäre, wie du eben schreibst…
Auf einer Seite stimme ich dir zu, daß man in 100 Wörter langem “Post” eher keine Bibelprohezeiungen mitteilen kann, aber unser Leben besteht ja auch nur selten aus 30-stündigen Epen (angeblich plural von Epos; nevermind) und Atomkernturbinenbauanleitungen, sondern viel merh aus “Stories” àla “60 Tote in Hotel Marriot”, “Paris Hilton nackt!” oder “Auf der A3 gibt’s stundenlangen Stau”, etc… Und ehrlich gesagt, man kann ja auch nicht jeden Tag ausschliesslich mit universalen Metawahrheiten befüllen, unser alltägliches Leben besteht aus einer ganzen Reihe Kleinigkeiten, die am Ende eben unser Dasein ausmachen…
So schaut unser Leben und unsere Gesellschaft in heutiger Zeit halt aus, es bewegt sich Richtung: “Wenn du was zu sagen hast, hier sind 140 Zeichen, sag’s oder vergiss’ es…”.
Und das ich es mir nicht gerade erst jetzt ausgedacht habe, beweisen die ganzen neuen Micro-Blogging Dienste, angeführt von Twitter, Friendfeed und Pownce, um nur ein Paar aus der Menge zu nennen und Twitter erfreut sich monatlich immerhin über gute 2.5 Millionen Uniques…
Aus diesem Grund ist es auch ziemlich nachvollziehbar, daß diese gesellschaftliche Entwicklung auch die Blogger beeinflusst, die mit eigenen “Werken” die Lücken in dem “redaktionell beglaubigten” Infochaos mit eigenen Meinungen und Ansichten auszufüllen versuchen. Und da sowas logischerweise aus verschiedenen Motiven und Hintergründen geschieht, ist eine Tatsache, die aber nicht so viel ausmacht, da wir alle sehr gut wissen, daß wir jeder für sich selbst zum “eigenen Glücksschmied sein” verurteilt sind…
Als ich letztlich über manche meiner Artikel drübergeschaut habe, habe ich mir eigentlich vorgenommen zu lernen, kurze und prägnante Posts zu schreiben, da manch’ so meine Posts z.B. folgende Länge haben: 728 Wörter, 403 Wörter, 909 Wörter, 2232 Wörter, 874 Wörter, 653 Wörter, 733 Wörter u.ä., was mir schon persönlich oft als “elendslang” und “offensichtlich nicht gut überlegt” vorkommt…
Allein dieser Kommentar besteht aus beinahe 500 Wörter, was auch schon vorraussetzt, daß sich einer wirklich die Zeit nimmt, es auch zu lesen, da wir eh schon sehr gut wissen, daß jeglich online Inhalte längst nicht mehr gelesen, sondern nur noch gescannt und im besten Fall für die spätere Referrenz gebookmarkt, so schaut’s aus…
Und wenn ich’s mir überlege, ob ich ausschliesslich wissenschaftliche “Arbeiten” posten will, die im Jahr wahrscheinlich 20 Leute brauchen und davon 2 finden werden und einer auch lesen wird, oder ich poste eher “Light-Versionen” von IMHO nennenswerten Infos für 300 Interessierten täglich, was werde ich und die meisten dann wohl auch eher wählen?!
Und daß dein Kommentar schon jetzt was bewirkt hat, zeigt alleine dieser Denkanstoß, den du bei mir bewirkt hast, schon alleine dadurch hat sich meine und deine inverstierte Zeit ausgezahlt und einen Mehrwert geschaffen, nicht nur für uns.
Und genau darum geht’s!
Grüße aus Wien!
Hi…
Absolut, das ist auch der Grund warum ich Kommentare und Blogs nicht meide, sondern hier und da eben doch mal reinschaue und mitdiskutiere, wenn es etwas zu diskutieren gibt. Und da Du ja auch meine Nachricht gelesen hast, habe ich natürlich auch Deine Antwort gelesen, so wie die ganzen Antworten zuvor auch.
Bloggen als solches, als auch Twitter (was ich ehrlich gesagt nur vom Hörensagen kenne) finde ich durchaus sinnvoll. Die ein oder andere Information habe ich dadurch sicher schon gefunden, die ich sonst nicht gefunden hätte… und: Ich habe natürlich auch schon einige nette Leute auf diesem Wege “kennen gelernt”.
Und trotzdem, was mich an vielen Blogs eigentlich am meisten Stört, ist dass es eben (sooo) viele Blogs gibt, die einen solchen Denkanstoß, wie Du ihn hier verfasst hast zum Anlass nehmen um daraus einen “eigenen” Blogeintrag zu produzieren und das in dem Sie z.B. einen Satz hinzufügen, wie: “Über diesen Artikel sollten wir uns doch mal Gedanken machen”… In erster Linie sind es also diese Querverlinkungen von Bloggern, die sich damit Traffic einhandeln wollen, um z.B. Ihre Google-Adds zu Geld zu machen… (ob das oft funktioneirt sei mal dahingestelllt)… Oder eben Dinge die ich auch oft finde, die es tatsächlich einfach nicht Wert sind weitergelesen oder Kommentiert zu werden. Halbwissen gepaart mit Einbildungskraft und Fleiß
Natürlich ist es gut, dass man sowas heutzutage machen kann. Das viele so Ihr Geltungsbedürfnis befriedigen können, un na klar macht es auch Spaß zu sehen, dassm an viele Besucher hat. Ich habe auch die ein oder andere “klassische” Seite laufen (in der Regel Typo3), die sich “großer” Beliebtheit rühmen kann (für Ihren Bereich)… z.B. ein sehr gut besuchtes Forum aber hier zu Bloggen hätte halt nie Sinn gemacht… Meinen Usern die Möglichkeit zu geben vielleicht schon eher, aber da war dann eben die Überlegung, dass es reicht wenn einige dieser User eben nur die Möglichkeit haben im Forum Ihre Profilneurose auszuleben und Ihnen nicht noch die Möglichkeit zu geben (auf meinem Server und meiner Seite) sich, wer weiss wie, durch ständige Contentwiederholungen hervorzutun.
Das hat jetzt natürlich nichts mit Deinem Blog zu tun. Grundsätzlich finde ich diese Einfache Möglichkeit der Contentpflege wirklich gelungen. Es ist einfacher zu Pflegen als die meisten CMS´e und geht eben leicht von der Hand… Ich kann mir nur vorstellen, dass es eben die Masse der Blogs und die sich ständig verlinkten Beiträge, bis man dann mal zum Original findet, einfach selber ins absurde führen. Spätestens beim 2. Klick in einen Blog in dem wieder auf einen anderen Blog verwiesen wird, mache ich die Seite in der Regel zu.
Hier bin ich zur Abwechslung mal mit einem Klick gelandet.
Du schreibst: “So schaut unser Leben und unsere Gesellschaft in heutiger Zeit halt aus, es bewegt sich Richtung: “Wenn du was zu sagen hast, hier sind 140 Zeichen, sag’s oder vergiss’ es…”.”
Tja, schade eigentlich… wie war das noch: Schnelllebig, morgen schon wieder aus dem Sinn… eigentlich überflüssig… aber es gibt ja genug neuen Input… (wie Du siehst mag ich die 3 Punkte auch sehr gern).
Spiegel z.B. beweißt von Zeit zu Zeit wirklich geschmack und Artikel dort sind eben oftmals lang, dafür aber auch gefüllt mit Informationen. Selbst die “News” auf der Seite verweisen zumeist auf richtige, teils mehrseitige Artikel (die natürlich nicht immer gut sind). Heise hingegen hat eigentlich nur Kurzmeldungen (zumindest viele davon), was einem Blog ja schon näher kommt (zumal ja auch alles 100er-fach Kommentiert wird).
Eigentlich sind viele Blogs doch einfach nur eine Ansammlung von News, die sich manigfaltig wiederholen und wiederholen und… Es sind oftmals kurzgefasste Eindrücke ,die auch ebenso schnell wieder anders sein können. Damit meine ich eben nicht solche Beiträge wie diesen hier (also Deinen Blog), sondern all die Blogger da draussen, die einfach nur wiederkäuen. Hmm, schwer auszudrücken, wass ich hier eigentlich loswerden will.
Ich finde es im Grunde nur interessant, dass sich mal ein Blogger überhaupt Gedanken darüber macht und das ganze Thema jenseits des Hypes mal kritisch betrachtet. Diese Zugriffsstatistiken z.B. sind ja trotzdem nicht sonderlich beindruckend, wenn man sich dagegen mal die eigentliche Nutzerzahl des Internets anschaut.
Eine Gefahr ist mir z.B. aufgefallen… Jemand benutzt diese Dienste exzessiv und verlässt sich auf die Nachrichten/Links und Blogeinträgen aus den ausgewählten Mikro-Blogging Diensten oder woher auch immer… Man lebt dann in einer sehr beschränkten Welt. Die Vielfalt des Internets ginge damit auf Dauer verloren, wenn das jeder machen würde. Oder besser eder würde sich in Kanälen bewegen, die er nur unwillig verläßt. (Ist natürlich nur mal eine Hypothese)
Man muss ja nicht gleich wissenschaftliche Arbeiten verfassen um was interessantes Mitzuteilen, solange man mal was eigenes Mitteilt ist es ja schonmal was… nur die eigentlich Technik, das massive Verlinken untereinander und das sich gegenseitige “feiern” sollte mal überdacht werden. Es ist eben einfach nicht alles seinen Senf zu Welt dazuzugeben, und wenns dann auch nur noch an die eh “Gleichgesinnten” geht, macht es meiner Ansicht nach mehr Sinn, dass eben über ds gesprochene Wort im Freundes oder Kollegenkreis zu tun, anstatt zu sagen: “Schau mal auf meinen Blog, da steht alles was ich dazu zu sagen habe”
(Natürlich nicht ganz ernst gemeint)
Irgendwie handelt es sich hier ja auch um eine “neue” Diskussionskultur, aber das würde den Rahmen hier nun sprengen… deshalb lass ich das mal und wünsche noch einen schönen Tag
Grüße
Matthias
Ich würde das Netz nicht in Blogger und Nicht-Blogger einteilen. Eher in Linkerati und Nicht-Linkerati.
Denn nicht nur Blogger können Links zu einem guten Artikel in Chats, E-Mails, Foren, Gästebüchern und Communities verteilen. Auch andere Surfer partizipieren aktiv an diesen Medien.
klappt auch wunderbar mit printmedien. Siehe bilds sagenhaft hochwertigem artikel zum thema “schusssicherer bh”. der beitrag, in dem es um bügellose bhs für den einsatz unter schussicheren westen ging wurde von der gesammten weltpresse kopiert, ohne sich mal um den wahrheitsgehalt der überschrift zu kümmern.
ist also nichts neues. immer öfter schreibt ja print von web ab und nicht umgekehrt. web ist halt schneller im news ausdenken.
[...] gefunden einen anderen Blogeitrag zum Thema Bookmark/Search this post [...]
[...] - Erfolgreiche Blog Themen und Nischen Blogs: Leuchmedia-Blog - 10 Tipps wie Sie neue Leser für Ihr Blog finden: Besser Bloggen - Wie man die ganze Blogosphäre mit einem Post umstürzen kann: Martin Waiss [...]
Wow, sehr gut geschrieben mit einen ganzen Haufen an Wahrheit. Aber trotzdem die Frage: Wie verdienen dann manche Blogger solche hohen Summen? Entweder erzählen die alle Müll in Ihren “Mein Monatsumsatz mit diesem Blog”-Posts oder andere Blogger kaufen tatsächlich über deren Werbung oder klicken deren AdSense… (<– Geheimnissvolles Ende)
netStyles last blog post..Weihnachtsstimmung mit romantischer Eleganz in historischem Ambiente
[...] Wie man die ganze Blogosphäre mit einem Post umstürzen kannInteressanter Artikel der einmal mehr zeigt dass zumindest hier in der deutschsprachigen Welt die Welt mit oder ohne Blogs und Blogger in etwa dasselbe bleibt. [...]
Ich bin “nur” ein Mikro-Blogger (Twitter) und kam durch einen link von Twitter auf leumund.ch und danach auf diesen Blogbeitrag.
Ich denke man kommt an die Offline-Welt des Max Mustermanns hauptsächlich durch Google heran (was gar nicht möglich ist, da er ja offline ist; aber na ja, nehmen wir an: er ist wieder einmal online). Um im Page Ranking zu erscheinen, sind die oben genannten meist frequentierten Blog-Themen am wichtigsten. Somit ist es ganz normal, dass die Blogosphäre (schreckliches Wort) sich andauernd mit dieser Thematik beschäftigt.
Da Max sich für dieses Thema nicht interessiert, wird er nie auf diesen Blogbeitrag treffen. Dafür wird er andere Blogs lesen mit Meinungen und Empfehlungen zum Thema welches ihn gerade interessiert.
Leider ist Max faul, er will sofort auf die richtige Information treffen und wird sich kaum Stunden damit abmühen, nach alternativen Meinungen zu suchen oder gar die zweite Seite Suchresultate anzuklicken. Somit sind wir wieder bei den meist frequentierten Blog-Themen und du mit deiner Leserschaft von Bloggern
[...] …behauptete jedenfalls Martin Waiss indem er sagt: Blogger schreiben Beiträge. Andere Blogger lesen diese Beiträge. Die nächsten Blogger verlinken diese Beiträge. Weitere Blogger stellen diese Beiträge auf Newsportalen ein, damit sie andere Blogger lesen können. Andere Blogger lesen diese Beiträge, schreiben eigene Beiträge und Kommentare dazu, damit es noch mehr Blogger lesen können. Diese Blogger lesen diese Posts und kommentieren sie und verlinken sie. Damit sie von anderen Blogger gelesen und verlinkt werden. Und so weiter und so fort, bis man schwarz wird… [...]
Ich weiss nur, dass mein Blog “non profit” ist und bleibt.
crucibles last blog post..Mood push-up
Wieso sollte es ausgerechnet bei Blogs anders funktionieren? Es ist doch mittlerweile bei fast allem so, dass es zweckentfremdet und zum vermeintlichen eigenen Vorteil missbraucht und dadurch einer harten Probe ausgesetzt wird.
“The digital future of finding out - “Deep Search” Conference” liefert mir unter anderem auch eine Erklärung dazu.
Ich kann absolut nichts dagegen haben, wenn jeder sein persönliches. elektronisches Tagebuch führen möchte.
Wenn er sich damit aber als Unternehmer sieht, der damit “Geld im Internet verdienen” (kann es fast nicht mehr schreiben ohne das mir schlecht wird) möchte, dann beginnt für mich das Problem. Dort beginnt dann auch die Unart wahllos Information zu vervielfachen und leicht abzuändern, ohne eine eigene Meinung einfließen zu lassen, oder gar weitere Information oder persönliche Meinung zu bieten.
Ich hoffe aber, dass sich im Endeffekt die Spreu vom Weizen trennen wird und man als Ergebnis einer Suche, bald wieder die Originalquelle der Information finden wird. Meiner Meinung entwickelt sich Google bei der Bewertung der Blogs jedenfalls in diese Richtung.
Ich muss aber auch anmerken, dass ich gerne kurze Zitate auf meinem Blog sammle (ohne viel eigenen Kommentar), nur weil ich später diese Artikel zu einem bestimmten Thema wiederfinden möchte. Mein Blog dient mir also (neben selbst geschriebenen Artikeln) auch einfach zum Sammeln und Ordnen von Information, was meiner Meinung nach aber auch nicht verwerflich ist, solange ich nicht der Meinung verfalle, dabei selbst etwas zu leisten.
helmelohs last blog post..Königreich der Himmel
Das A und O in der Blogosphäre war, ist und bleibt die gegenseitige Verlinkung und Vernetzung unter einander. Die Blogger leben nun mal davon. Leider ist es in Deutschland so, dass Neid und Missgunst unter den Bloggern und auch Webmaster auf der anderen Seite der Waagschale liegen. Als Folge wird meiner Meinung nach die Blogosphäre in Deutschland gebremst bzw. daran gehindert, so zu werden, wie in der USA oder China. Schade aber war…
Wer dies ändern möchte, darf sich gerne auf Blogdeal.de verlinken
@Martin:
hoffe du hast nichts gegen den Link, ansonsten kannst du diesen Löschen.
Viele Grüße
Blogdeals last blog post..Polizeitreff.de Blog
[...] man sofort sieht. Aber das ist nicht der Grund für diesen Post. Martin Waiss bringt in seinem »Post, der die ganze Blogosphäre umstürzen kann« ein paar Wahrheiten über die Blogosphäre sehr gut auf den Punkt: »Das zeigt uns [...]
[...] dabei bis jetzt auf (für mich) zwei interessante Artikel gestoßen, die lesenswert sind. Veröffentlicht am 30. Dezember 2008 um [...]
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Tweet me tender, tweet my tweet, never let me go…
Was macht Twitter eigentlich zum Twitter? Was unterscheidet Twitter so sehr von den restlichen sozialen Portalen, Medien und Netzwerken? Was ist das Geheimnis, das Twitter in kürzester Zeit 12 Millionen User beschert hat? Ist das erst der Anfang oder auch schon das Ende von Twitter?
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Qimaya - Quantensprung ist das richtige Wort dafür
Quantensprung ist in der Tat das richtige Wort dafür. Revolutionärste Innovation pur. Wir haben wirklich ein Glück dabei zu sein.
Alles, was Sie schon immer über Qimaya wissen wollten…Dank sei dem Dresdner Zukunftsforum und T-Systems …
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Review: IntenseDebate im Blog-Einsatz
Vor zwei Wochen habe ich bei mir IntenseDebate installiert um meinen Lesern bessere Usability, Interaktivität und Mehrwert bieten zu können. Leider happert es derzeit noch an allen Ecken und Enden und während ich so gut wie keine positiven Effekte verzeichnet habe, musste ich mich die ganze Zeit mit verschiedensten Problemen herumschlagen. Fazit: All zu viele Probleme für zwei Wochen Einsatz. Rollback!
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