Wie Webdesigner zu besseren Akzeptanz des mobilen Webs beitragen können.
So gut wie jede Diskussion zum Thema “Warum nicht auch mobil surfen” erreicht irgendwann den Punkt, wo man die proprietären Portale mit “gefilterten” Inhalten und immense Datentransferkosten wegen überlangen Ladezeiten als die größten Hürden am Weg ins mobile Web am Handy empfindet.
Das ist eigentlich ziemlich erfreulich, weil es unter anderem auch den immer stärker werdenen Trend zu Smartphones bestätigt und außerdem auch zeigt, daß es bereits zu minimalen Kosten, schon um ein Paar Euro monatlich ist man dabei und seien wir uns ehrlich, z.B. ein Besuch beim Zanoni ist bestimmt teuerer.
Also es liegt nicht mehr an der Hardware - weil die kann mittlerweile mehr als wir überhaupt nutzen können und es liegt auch nicht mehr an den Mobilfunkern, weil sie wirklich annehmbare Tarife bieten. Und trotzdem habe ich noch immer nicht das Gefühl, daß Surfen am Handy dementsprchenden Verbreitungsgrad und Akzeptanz genießen würden.
Woran liegt’s dann also?
1. Die Hardware ist so weit - es kann ja mehr als wir überhaupt benutzen können.
2. Die Mobilfunker sind auch so weit - mit ein Paar “Bucks” im Monat ist man dabei.
Was ich im mobilen Webangebot vermisse:
Ich sehe mindestens vier Gründe, warum sich das mobile Web bislang in der breiten Öffentlichkeit nicht wirklich durchsetzen konnte:
- 1. Brauchbare Suchmaschinen für mobile Seiten,
- 2. Link-Tooltips,
- 3. Wirklich praktische Angebote “für Unterwegs”,
- 4. Klare kennzeichnung fürs Mobil optimierter Seiten,
- Qando | Fahrplan & Handyticket Client der Wiener Linien (iPhone Review)
- Twitter: Das neue coole TweetDeck Client für iPhone
- Orbis Twittus | Woche in Tweets | TwitterWoche 21 / 2009
- Gewinnspiel: Gewinne Nokia 6300 Silver
- Mobilfunkwelten 2009: Fliegende Funken und Fetzen
die am Handy gut bedienbar und allgemein userfreundlich wären und zu den Suchergebnissen nur wirklich fürs Handy optimierte Seiten reinnehmen, sodaß man sich beim Anklicken eines SERP-Links sicher sein kann, daß der Besuch keine 2 mB Datentransfer kosten wird um danach eine unbrachbare Seite vorzufinden.
es ist so praktisch im Web, bevor man einen Link anklickt, hoovert man darüber um sich die wirkliche Adresse anzuschauen, bevor man sich für den Klick entscheidet. Auf mobilen Webseiten bin ich gezwungen mich vollkommen auf den Seitendesigner / Betreiber verlassen muss, daß der eine oder andere Link wirklich dahin führt, wie in seinem Titel angegeben.
mit klarem Mehrwert für eine mobile Seite - wie z.B. daß ich nach der Arbeit auf dem Weg zur U-Bahn den nächsten Zug nachschauen kann (ohne zweistündiger Suche und 50 mb Datentransfer) oder das heutige Kinoprogramm, Fernsehprogramm, daß ich auf eBay schnell nachschauen kann, wie meine Auktion steht, daß ich vor dem Kauf eines Produktes schnell mal im “mobilen” Geizhals nachschauen kann, wo ich es am günstigsten bekomme. Oder ich gehe mal shoppen und kann davor noch auf einem mobilen Portal die aktuellen Angebote und Aktionen nachschauen und vielleicht gleich auch Gutscheine und Coupons herunterladen die ich dann an der Kassa für Ermäßigung benutzen kann. Oder ich steige mal in Graz in eine Straßenbahn und sobald der Zug losfährt fällt mir ein, daß ich zwar eine Jahreskarte habe, aber halt für Wien und ich muss trotzdem nicht aussteigen oder nur machtlos die Fahrscheinkontrolle fürchten, sondern ich kann gleich auf der Stelle problemlos ein Handyticket erwerben. Keiner braucht elendslange Wikipediaseiten am Handy lesen, aber das Kinoprogramm, Last Minute Angebote, Shopping, Verkehr, Dating oder Stadtplan am Handy sind schon wieder was ganz anderes … Da nenne ich “mobil Surfen mit Spaß und Freude”.
“wap.domäne.tld”, “mobile.domäne.tld” “m.domäne.tld”und “domäne.mobi” ist nicht eines und das selbe: erstens ist es keineswegs intuitiv, weil die meisten Anbieter für die Kennzeichnung des mobilen Angebots ein “m” voranstellen - weil einer der grundlegendsten Prinzipien des mobilen Webs ist die schnelle “Eintippbarkeit” der Adresse und da macht “m” oder “mobile” schon einen unterschied … und zweitens, wenn ich “.mobi” eintippe, kann ich mich verlassen, dass eine für mobiles Web optimierte Seite daherkommt und brauche nicht zu raten, ob das eine oder andere Portal deren mobile Variante der Seite mit einem “wap”, “mobile” oder “m” aufruft…
Durch Einhalten dieser einfachsten Regeln können Webdesigner und Betreiber von mobilen Portalen zur schnelleren und besseren Akzeptanz und Verbreitung des mobilen Webs wesentlich beitragen.
Das sind eigentlich sehr Gute News, oder?
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Quellen und weitere Diskussion:
Titelbild: Heike Scholz - Mobile 2.0 - mobile Web 2.0 Tagcloud
Weitere Diskussion: Xing.com Gruppen - Mobile Webseiten und .mobi
Mehr zum Thema “.mobi”: dev.mobi
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Ich denke, dass ein Webdesigner mit einer Browsererkennung ganz gut auf html oder wap-Seiten umlenken kann. Ich hatte einmal mit meinem Sohn einen html2wml-Browser gebastelt (wir nannten ihn Wapler). Leider funktioniert er nicht mehr und ich habe keine Lust mich damit weiter zu beschäftigen, da ich denke, dass die Handys immer besser mit xhtml umgehen lernen und wap bzw. wml bald überflüssig wird. Ok, ein WP-Blog ist vielleicht noch nicht besonders geeignet fürs Handy, aber gut strukturierte, schlanke xhtml-konforme Seiten müssten eigentlich schon reichen, um attraktiv für’s mobile surfen zu werden.
Link-Tooltips sind allerdings sicher wünschenswert, aber mit Google Mobile war (habe schon länger nicht mit Handy gesurft) ich eigentlich ganz zufrieden.
Gibt es eigentlich eine einheitliche css-file benennung für mobile Browser wie beim mobilen Safari? Soweit ich weiss inkludiert das iPhone sofern vorhanden immer eine spezielle CSS-Datei.
Wäre vielleicht eine nette Möglichkeit um ohne grosse Browser-Erkennung das Design den mobilen Geräten anzupassen.
@Ricardo - meinst du es vielleicht so, daß z.B. ein Nokia-Browser bestimmter Generation nach einem “nokia-nseries.css” file suchen würde und wenn dieser vorhanden, dann würde er bevorzugt zum Styling herangenommen?
Wäre eigentlich schon eine Möglichkeit an WURFL & Co. vorbeizukommen, jedenfalls könnte es ziemlich aufwendig und unpraktisch werden, wenn man je Handy-Vendor ein extra .css-File benötigen würde …
Ein anderer Ansatz könnte die Erstellung von .css-Files für die 5 - 6 häufigsten Auflösungen sein, oder einfach nur ein zwei Files pro Geräteklassen, wie z.B. MobileXHTML, Grafik-Light, etc. …
Jedenfalls klingen alle diese Ansätze IMHO nach allzuviel Arbeit und Chaos…
Ich denke, dass Apple (und soweit ich weiß auch Opera) da vorzeigt wie man es macht: das Web so anzeigen wie es auch am Notebook zuhause aussieht.
Denn warum eine spezielle Version anzeigen wenn ich meine Nachrichten oder Kinoseite oder what ever auch so recht bequem lesen kann? Und das in dem Layout das ich kenne und mich dabei sicher fühlen.
Das ganze funktioniert m.E. nach aber nur ab einer gewissen Mindestgröße bei den Displays.
Ich vermute mal, dass alle namenhaften Handyproduzenten auf dieses Prinzip aufspringen werden. Vorausgesetzt, UMTS-Flatrates sind erschwinglich. Langsamer muss nicht sein und macht keinen Spaß. Viele Webdesigner sind große Bandbreiten „gewöhnt“.
Die Möglichkeiten des mobilen Webs sind einfach zu verlockend als die nicht zu nutzen. Ich persönlich glaube, dass das eines der nächsten wirklich großen Dinger sein wird.
Amen! Man könnte es nicht besser ausdrücken.
Danke. Bei meinen neuen Seiten werden ich das in Hinterkopf haben.
[...] habe auch kürzlich drauf hingewiesen, daß die Verbreitung des mobilen Internets in breiter Öffentlichkeit m.E. nach bei Weitem nicht den bereits vorhandenen Möglichkeiten entspricht. Ebenfalls stellt [...]
Wie Webdesigner zu besseren Akzeptanz des mobilen Webs beitragen können…
Es liegt nicht mehr an der Hardware - weil die kann mittlerweile mehr als wir überhaupt nutzen können und es liegt auch nicht mehr an den Mobilfunkern, weil sie wirklich annehmbare Tarife bieten. Und trotzdem habe ich noch immer nicht das Gefühl, da…
Wie Webdesigner zu besseren Akzeptanz des mobilen Webs beitragen können…
Es liegt nicht mehr an der Hardware - weil die kann mittlerweile mehr als wir überhaupt nutzen können und es liegt auch nicht mehr an den Mobilfunkern, weil sie wirklich annehmbare Tarife bieten. Und trotzdem habe ich noch immer nicht das Gefühl, da…
Wie Webdesigner zu besseren Akzeptanz des mobilen Webs beitragen können…
Es liegt nicht mehr an der Hardware - weil die kann mittlerweile mehr als wir überhaupt nutzen können und es liegt auch nicht mehr an den Mobilfunkern, weil sie wirklich annehmbare Tarife bieten. Und trotzdem habe ich noch immer nicht das Gefühl, da…
Wie Webdesigner zu besseren Akzeptanz des mobilen Webs beitragen können…
Es liegt nicht mehr an der Hardware - weil die kann mittlerweile mehr als wir überhaupt nutzen können und es liegt auch nicht mehr an den Mobilfunkern, weil sie wirklich annehmbare Tarife bieten. Und trotzdem habe ich noch immer nicht das Gefühl, da…
Gibt es irgend einen Grund warum ich meine oder die Websites meiner Kunden durch Duplikate in den SUMA Wind schießen sollte, indem ich ein und denselben Inhalt mal auf einer extra gekennzeichenten mobile Webseite präsentier und einmal für *normale* Browser?
80% der Mobilen Endgeräte können mit den .css Angaben, die ich dafür bereitstellen kann umgehen, extra SUMA und extra Sachen sind nur in der .css nötig sonst nicht,
die anderen Endgeräte holen nach und nach auf -
aber dieses PDA style wie ich es immer nenne, sollte jeder WebDesigner bereitstellen können, wenn nicht, sollte er oder sie das *profi* vergessen - mein ich ganz ungeschminkt
lg
Also dass jeder fünfte schon mobil surft kann ich mir beim besten willen nicht vorstellen. Die Nachfrage nach .mobi-Domains ist recht bescheiden. Kann mir ehrlichgesagt auch nicht vorstellen, dass sich diese durchsetzen werden. Inzwischen gibt es Netbooks auf denen man auch normale Webseiten vernünftig öffnen kann. Deshalb denke ich das mobile Webseiten nur eine vorübergehende Erscheinung sind.
@Monika: hast natürlich bis zum großen Teil auch Recht; das was mit ‘.mobi versucht wird, ist viel mehr ein Versuch eine Art “mobile Web of Trust” aufzubauen, wo man sich einfach auf den ersten Blick sicher sein kann, daß man eine fürs Handy optimierte Seite ansteuert…
Klar, wenn eine Domain richtig konfiguriert ist und man mit WURFL o.ä. auch den User Agent richtig ermitelln kann, braucht man dann nur noch die richtigen Stylesheets, um “eine und die selbe Seite” auf verschiedensten UAs korrekt darzustellen.
Nur wenn ich mir anschaue, wieviele es bis heute ned mal geschafft haben den Host so zu konfigurieren, daß man auf eine Domain sowohl mit ‘www.’ als auch ‘ohne http://www.’ hinkommt, glaube ich nicht, daß die Mehrheit der wäregerne Webmaster imstande ist dann auch noch eine ‘m.domain.tld’ oder ‘mobile.domain.tld’ einzurichten…
Daher ist die Annahme, daß man sich dann mit ‘.mobi’ Domains einfach viel besser auskennt, in meinen Augen gar nicht so abwegig…
@Auyana: daß Mobiles Web mit getrennten Auftritten je nach User Agent nur temporäre Erscheinung wäre, würde ich nicht sagen. In meinem Kopf gehört die nahe Zukunft viel mehr einem iPhone, Omnia, Xperia, N97 o.ä. als einem Netbook…
Wenn ich mal am Weg zur Arbeit in der U-Bahn ORFmobil oder standardmobil lesen will, brauche ich genau einen Griff in die Hosentasche und zwei Klicks und schon kann ich die neuesten News lesen. Wenn ich im Laden in der Schlange stehe und mir die Zeit verkürzen will, greife ich in die Tasche und schon bin ich Online. Wenn ich am Weg zum Bahnhof nur mal schnell nachschauen will, wann der nächste Zug fährt, möchte ich nicht dafür mein Netbook aus dem Rucksack ziehen müssen, auspacken, booten, connecten, etc. um dann nur 10 Sekunden lang etwas nachzuschauen…
Daher glaube ich an Handys viel mehr als an Netbooks. Natürlich kommt es drauf an, wofür man das eine oder andere hauptsächlich nutzen will, aber ich würde mein iPhone niemals nicht mal gegen 3 Netbooks tauschen…
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